Der Dackel

Dackel, Teckel oder Dachshund — der Name des Hundes ist je nach Landschaft verschieden, seine Beliebtheit aber überall gleich. Neben dem Schäferhund hat diese rein deutsche Rasse die größte Verbreitung; auch in England und Amerika steht sie mit an der Spitze.

Überall, wo man auf engem Raum einen "großen” Hund halten will, finden wir den Dackel. Er ist der originelle Begleithund des Individualisten, der Gefährte einsamer Menschen, ein immer aufmerksamer Wächter, der verwöhnte Liebling der Familie, der in seinem kleinen Körper mit den kurzen Beinen den Mut eines großen Hundes besitzt.

Über 400 Jahre läßt sich sein Stammbaum zurückverfolgen. Früher war er ausschließlich ein Jagdhund für die Baujagd auf Fuchs, Dachs, Biber und Otter. Heute, da viele Jäger aus Raumnot keinen großen Jagdhund halten können, arbeitet für sie der Dackel auch als Stöber- und als Schweißhund. Er hat sich dabei hervorragend bewährt.

Als im Jahre 1888 die ersten Hundeklubs gegründet wurden, war der Deutsche Teckelklub dabei. Der Dackel wurde vom Jagdhund zum beliebten Haushund und schließlich sogar zur Witzblattfigur. Seine neuen Liebhaber wetteiferten darin, ihm die gezeichneten krummen Beine nun auch anzuzüchten. Damit haben sie dem Tier keinen Gefallen erwiesen; denn zum Laufen und Graben waren die krummen Vorderläufe höchst ungeeignet. Die Jäger setzten noch rechtzeitig die Zucht von Dackeln mit leistungsfähigen geraden Laufen wieder durch. Krumme Beine sind also kein Zeichen von Echtheit. In der Körperform gleichen sich alle Dackel: sie sollen einen festen, geraden Rücken und nicht zu geringen Abstand vom Boden haben (ein Drittel der Schulterhöhe), denn der Dackel muß laufen und springen können. Neben dem 5 bis 8 kg schweren Normalschlag gibt es in allen drei Haararten die Zwergdackel mit 30 bis 35 cm Brustumfang und die noch kleineren Kaninchendackel.

Die drei Haararten des Dackels sind: Kurz-, Lang- und Rauhhaar. Obschon früher fast alle Dackel kurzhaarig waren, ist dies zu der seltensten Haarart geworden. Von zehn Dackeln sind heute sieben rote Langhaardackel. Außer roten Dackeln sieht man häufig schwarze mit roten Abzeichen. Die meisten Rauhhaardackel sind saufarben. Äußerst selten sind die gefleckten "Tigerdackel” und schokoladenbraune Tiere. Weiße und graue Dackel sind ausgestorben.

Der Kurzhaardackel mit glänzendem, nicht zu feinem Haar ist der sauberste. Er braucht die geringste Fellpflege. Der Rauhhaardackel soll hartes, knappes Haar haben; mit gutem Bart und Augenbrauen. Seidiges oder wuscheliges Haar gilt als fehlerhaft. Beim Langhaar wünscht man schlichtes, mittellanges Haar mit langer Fahne an der Rute. Er muß regelmäßig gebürstet werden. Bei allen hängeohrigen Hunden sind die Behänge ab und zu mit einem watteumwickelten Holzstäbchen zu reinigen.

Der junge Dackel soll möglichst lange am Abwärtsspringen gehindert und über die Treppen getragen werden, damit er keine losen Schultern bekommt. Aus dem gleichen Grund darf man einem Dackel nie "unter die Arme greifen”, um ihn zu heben. Denn er besitzt kein Schlüsselbein; die Vorderläufe sind nur durch Muskeln und Bänder befestigt, und diese können leicht überdehnt werden. Auch am Nackenfell soll man den Dackel möglichst nicht hochheben, um die Halshaut nicht auszuweiten. Eine Hand flach unter der Brust, die andere unter dem Hinterteil, so hebt man den Hund am besten vom Boden. Der Dackel liebt alle Annehmlichkeiten des Lebens, den besten Platz auf dem Sofa und gutes Essen. Sein Fassungsvermögen ist erstaunlich. Da muß Frauchen auf die schlanke Linie achten: Keine Süßigkeiten, dafür viel Bewegung!

Der sprichwörtliche Ungehorsam des Dackels darf nicht zu wörtlich genommen werden. Man kann auch den Dackel zu einem Muster an Gehorsam erziehen. Allerdings macht das mehr Mühe als bei anderen Rassen. Denn auch der Sofadackel, dessen Ahnen im Kampf mit dem Raubwild unter der Erde allein entscheiden mußten, möchte im täglichen Leben gern ein Wörtchen mitreden.