Zur diesjährigen Auswahlsuche des Hundes, der für unseren Landesverband an der Chorin-Suche teilnimmt, waren aus den Gruppen gemeldet: Johannes Eisenbarth mit Immo vom Speyerbach, Ulrich Hardt mit Wurzel vom Maulwurfshügel O und Christiane Polaski mit Ferris vom Sternentor.

Um 8.45 Uhr waren bei angenehmen 23 Grad alle versammelt und der Prüfungsleiter Joachim Behring und Karl-Heinz Küstner eröffneten waidgerecht mit Hörnerklang.

Gerichtet wurde durch Matthias Eggert, Ralf-Peter Halm (als Richterobmann mit Hut) und Karl-Heinz Küstner und zum ersten Mal auf der Richterseite als Anwärterin Andrea Schosland. Alle drei Fährten waren über 1000 Meter lang, mit Rehwildschweiß getupft und lagen im Tegeler Forst nahe Konradshöhe. Das Revier ist bekannt für seinen vielfältigen Wildbesatz und die vorangegangene lange Hitze hatte den Untergrund staubtrocken werden lassen.

Es war eine wirkliche Herausforderung für alle drei Gespanne, die auf das Glück hofften, die Losnummer 1 zu ziehen, um noch in der Frühe arbeiten zu können. Dieses traf dann Christiane Polaski, die Nummer 2 fiel an Johannes Eisenbarth und die Nummer 3 auf Ulrich Hardt. Die Anwärterin kontrollierte Impfausweis und Ahnentafel.

Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen nach einem langen Morgenspaziergang durch den Forst mit meinen Hunden - natürlich auf der anderen Straßenseite - Johannes Eisenbarth und Immo auf der Fährte zu folgen. Um viertel nach zehn kam uns auf dem Weg zum Anschuss eine strahlende Christiane mit ihrer Ferris entgegen; sie hatten zum Stück gefunden und trugen stolz das Buchenlaub.

Um 10.25 Uhr machte sich Johannes mit seinem Hund auf die Fährte. Nachdem ausführlich und aufmerksam das Wundbett am Anschuss untersucht und bewunden war, zeigte Immo zielstrebig die Richtung an. Um es vorweg zu nehmen: seine Arbeit machte dieser Langhaarrüde, wie das Pendel einer großen Standuhr schwingt - durchaus bewegt aber mit einer solchen Ruhe und Sicherheit, die keine Zweifel aufkommen ließen. Nach knapp fünf Minuten bog der Hund rechtwinklig von der Fährte ab und verfolgte etwas offensichtlich anderes mit derselben Genauigkeit wie zuvor bis zu einer 20 Meter entfernt stehenden Buche - dann wieder zurück zur Fährte - wieder auf die Buche zu - wieder zurück und dann im rechten Winkel in die andere Richtung auf eine Suhle hin.
Hier hatten die Sauen gewechselt und das musste doch von Immo vermerkt werden. Nach einem leisen „zur Fährte“ nahm der Hund seine Arbeit wieder auf und zeigte dem Führer nach weiteren 10 Minuten das erste Wundbett. Auf dem Weg zum Wundbett verwies er mehrere Male Schweiß, so dass auch Johannes nicht den geringsten Zweifel haben konnte, richtig zu sein.

Dann ging es im Gelände abwärts, ohne dass sich die beiden lange am ersten Wundbett aufgehalten hatten. Gute fünf Minuten später, mit weiteren Verweisen auf Schweiß, stand Immo am zweiten Wundbett. Hier war eine kleine Erfrischung von Herrchen geboten, wobei Immo nicht wirklich an einem Aufenthalt interessiert war und sichtbar weiter wollte.

Die Fährte führte über verschiedensten Untergrund - trockenes Astholz, frischer Aufwuchs und auf und ab im Gelände. Bei der zielstrebigen Suche durch den Farn hatte Immo noch einmal Gelegenheit, rechtwinklig von der Fährte abzubiegen und wieder den Wechsel der Sauen anzuzeigen.

Der Prüfungsleiter bestätigte dies, weil er beim Legen der Fährte das beobachten konnte. Kurz nach 11 Uhr verwies Immo das dritte Wundbett. Herrchen war schon recht ins Schwitzen geraten, weil ihm offensichtlich doch ein wenig das Gefühl verloren gegangen war, wie weit 1000 Meter sein können. Er wollte den Hund und sich wieder mit Wasser erfrischen, das nahm Immo dankbar an, zeigte ihm dann aber unmissverständlich, wo es weiterging. Nach weiteren zwei Minuten durch Gras unter den Buchen standen beide am Stück - Johannes überrascht, Immo nicht; er untersuchte noch einmal ganz genau, ob diese Schweißfährte auch zu diesem Stück Rehwild gehörte (woran man auch durchaus Zweifel haben konnte), zeigte sich aber zufrieden. Als er bemerkte, dass vom nahegelegenen Waldweg sich Personen annäherten, gab er kräftig Laut, um den Fund für sich zu reklamieren.

Hörnerklang und Leckerli rundeten den Erfolg ab.
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Um 13 Uhr war Ulrich Hardt mit Wurzel auch erfolgreich von der Fährte zurückgekehrt. Die Züchterin Helga Schmidt freut sich mit ihm.

Um dreiviertel zwei hatte die Temperatur 29 Grad im Schatten erreicht; der Richterobmann (nun ohne Hut) besprach die drei Arbeiten und gab die Preise bekannt:

Ulrich Hardt mit Wurzel 50 Punkte 3. Preis,

Christiane Polaski mit Ferris 57 Punkte 3. Preis und

Johannes Eisenbarth mit Immo 100 Punkte 1. Preis.

Marion Michelet gratulierte im Namen des Landesverbandes, überreichte die Plakette und wünschte viel Erfolg für die Teilnahme an der Bundessiegersuche am 11. September 2010.

Um halb drei hatten die Helfer der Gruppe Raben alles aufgeräumt, eingepackt, den Müll
eingesammelt und wer danach in den Forstweg hineinschaute, fand keine Spuren dieses schönen
Vormittags.
Bericht und Fotos: Gerhard Wilms